Handwerk und Bildung

Das Thema Bildung stand im Zentrum der öffentlichen Anhörung der Enquete-Kommission. Mit hochrangigen Experten aus der Praxis, Wissenschaft und den Verbänden hat die Landtagskommission alle Facetten der beruflichen Bildung beleuchtet. Für die FDP hat das Thema Bildung einen hohen Stellenwert. Ralph Bombis: „Das Berufsbildungssystem, wie wir es im deutschen Handwerk kennen, ist ein Grundpfeiler des Erfolges unserer Unternehmen in der Sozialen Marktwirtschaft. Grundbedingung für den Erhalt und die Anpassung an neue Herausforderungen – gerade in Zeiten der digitalen Revolution – ist, dass wir die grundsätzlichen Qualifikationsstufen beibehalten und nicht an ihrer Qualität rütteln. Das gilt für Berufsabschlüsse genauso wie für den Meisterbrief als Abschluss der Aufstiegsqualifizierung. Jetzt müssen wir uns noch mehr für die absolute Gleichstellung beruflicher und akademischer Bildung stark machen.“

Besonders interessant waren dabei die Ausführungen des Hauptgeschäftsführers der Handwerkskammer Düsseldorf, Dr. Axel Fuhrmann: Er sieht aufgrund der Digitalisierung in Zukunft verstärkt hybride Bildungsgänge, d.h. die Integration und Vereinbarkeit von beruflicher und akademischer Bildung auf das deutsche Berufsbildungssystem zukommen, wie erste Ansätze und Modelle schon zeigen. Grundbedingung hierfür ist eine garantierte Gleichwertigkeit der beiden Bildungstypen.

Ebenso große Aufmerksamkeit erfuhren die Erläuterungen von Dr. Volker Born vom Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin: Er betonte die Bedeutung überbetrieblicher Bildungsstätten, die für moderne Ausbildungen in zeitgemäßen Bildungsgängen sorgten und den Technologietransfer in die kleinen und mittleren Betriebe des Handwerks gewährleisteten. Hierzu bedürfe es allerdings ausreichender öffentlicher Investitionen und Fördermaßnahmen, die für Universitäten selbstverständlich seien und um die das Handwerk immer wieder kämpfen müsse.

Aus bildungspädagogischer Sicht stellte Prof. Dr. Felix Rauner von der Universität Bremen wichtige Impulse vor, wonach Deutschland und Nordrhein-Westfalen sehr viel von der Schweiz lernen können. Hier gibt es Bildungskooperation auf Bundesebene in zentralen Regelungsfragen, um Entscheidungen schnell und auf hohem Qualifikationsniveau für gute Rahmenbedingungen zu treffen. Gleichzeitig überlässt der Staat es den lokalen Entscheidern in den Kommunen, wie die Umsetzung vor Ort von statten geht, so dass gelebte Praxisnähe und spezifische Bildungsbedürfnisse des Handwerks vor Ort Berücksichtigung finden – ein Modell, das auch bei uns in NRW schon viele Anhänger findet.)