Bildungssprung

Lernen mit digitalen Medien – lernen über digitale Medien

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Beste Bildung hat für uns Priorität. Die Schule soll junge Menschen zu einem selbstbestimmten Leben befähigen – auch im Zeitalter der digitalen Revolution. Internet ist Alltag. Nur in der Schule nicht. Das muss sich ändern. Wir brauchen einen Bildungssprung: Für mehr Medienkompetenz an den Schulen. Damit alle Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien erlernen können.

Deutschland – ein digitales Entwicklungsland

  • Während in anderen europäischen Ländern digitale Lehr- und Lernmethoden zum schulischen Alltag gehören, hinkt Deutschland stark zurück. Eine Studie zeigt, dass in fast keinem OECD-Land Computer seltener im Unterricht eingesetzt werden als bei uns (ICILS 2013).

  • Fast ein Drittel der Achtklässlerinnen und Achtklässler in Deutschland verfügt lediglich über rudimentäre computer- und informationsbezogene Kompetenzen („digitale Analphabeten“). Diese Schülerinnen und Schüler werden es voraussichtlich schwer haben, den Anforderungen der digitalen Gesellschaft gerecht zu werden.

  • 64 Prozent der Lehrer in NRW sagen, dass digitale Medien seltener als einmal die Woche im Unterricht genutzt werden – nur in Hessen und Brandenburg kommen digitale Medien noch seltener zum Einsatz (diese und folgende Zahlen jeweils aus Länderindikator 2015, Deutsche Telekom Stiftung).

  • Nur die Hälfte der bundesweit befragten Lehrer gibt an, dass ihre Schule über Klassensätze an Tablet-Computern oder Smartphones verfügt. In vielen Schulen fehlt WLAN im Klassenraum und eine technische Unterstützung und Wartung der IT-Ausstattung.

  • Weniger als die Hälfte der Schulen verfügen über ein in den Schulalltag integriertes Medienkonzept.

  • 81 Prozent der Lehrer meinen, dass die Hochschule sie besser auf den Einsatz von Computern im Unterricht vorbereiten sollte.

  • Die meisten Lehrer wünschen sich, dass der Einsatz digitaler Medien in den Lehrplänen der einzelnen Fächer stärker geregelt wird. Die Motivation ist da – die Voraussetzungen müssen besser werden.

Bildungssprung – Initiative für mehr Medienkompetenz an Schulen

  • Kinder und Jugendliche sollen durch die Schule frühzeitig und kompetent zu einer souveränen und verantwortungsvollen Nutzung digitaler Medien befähigt werden.

  • Die Maßnahmen der digitalen Medienbildung müssen auf einem ethischen Konzept basieren, das Individualität, Freiheit und Humanität in den Fokus stellt und zu einem verantwortungsbewussten und kompetenten Umgang mit digitalen Medien führt.

  • Wir brauchen bundesweite, fächerübergreifende verbindliche Bildungsstandards zur digitalen Medienbildung und deren Verankerung in den Lehrplänen.

  • In der Lehrerausbildung müssen digitales Lehren und Medienkompetenz stärkeres Gewicht erhalten.

  • NRW braucht eine Fortbildungsoffensive für alle Lehrerinnen und Lehrer: Die Schulen sollen ein zusätzliches Budget für Fortbildungen im Bereich IT und digitales Lernen/Lehren erhalten.

  • Alle Schulen brauchen schnelles Internet, eine moderne Ausstattung mit WLAN, mobilen Geräten, Beamern und Whiteboards sowie eine leistungsfähige IT-Infrastruktur.

  • Die IT-Wartung an den Schulen muss in die Hände professioneller, ggf. externer IT-Beauftragter gelegt werden.

  • Die Schulen müssen Zugang zu Anwendungsprogrammen erhalten: Lernplanbasierte digitale Unterrichtsmaterialien, Software, Apps, Open Educational Resources (OER).

  • Die Schulen sollen ein digitales Medienkonzept in den Schulalltag integrieren.

  • Der Fachunterricht Informatik muss ausgeweitet werden.

  • Diese Initiative ist mit erheblichen Investitionen verbunden: Land und Kommunen können diesen finanziellen Kraftakt alleine nicht stemmen. Wir schlagen vor, dass Bund und Länder gemeinsam ein Sonderprogramm auflegen, mit dem eine moderne IT-Infrastruktur in den Schulen aufgebaut und auf einem technisch aktuellen Stand gehalten werden soll.

Gerne können Sie uns auch schreiben, wie Sie die Sache sehen: bildung@fdp-fraktion-nrw.de