Schwarz-Gelb steuert bei Schulpolitik um

25.08.2017 Düsseldorf

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hat die wichtigsten Vorhaben in der Schulpolitik vorgestellt. Sie kritisierte, dass die Vorgängerregierung viele völlig ungelöste Aufgaben hinterlassen habe. Dringender Handlungsbedarf besteht bei der Lehrerversorgung, der Inklusion und der Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9). Die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Franziska Müller-Rech, begrüßt, dass die Landesregierung sowohl kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Situation auf den Weg bringt als auch langfristige Konzepte für die beste Bildung schaffen will.

2.139 ausgeschriebene Lehrerstellen für das Schuljahr 2017/18 konnten nicht besetzt werden. Um Abhilfe zu schaffen und kurzfristig Lücken zu schließen, setzt Schwarz-Gelb auch auf kreative Lösungen. So sollen mehr Seiteneinsteiger und befristet für zwei Jahre auch Lehrer aus der Sekundarstufe I und II für die Grundschulen gewonnen werden. Ab Anfang 2018 wird mit einer Kampagne gezielt um Lehrkräfte für Mangelfächer wie Mathe oder Naturwissenschaften geworben.

Massive Probleme hat Rot-Grün außerdem beim Thema Inklusion hinterlassen. Im neuen Schuljahr werden rund 43 Prozent der Kinder mit besonderem Förderbedarf an Regelschulen unterrichtet. Die überstützte Umsetzung der Inklusion führte jedoch zu Problemen an den Schulen mit negativen Folgen für alle Beteiligten. „Gelungene Inklusion bedeutet nicht einfach nur eine hohe Inklusionsquote“, sagt Franziska Müller-Rech. „Wir wollen die Qualität vor Ort verbessern.“ Dazu braucht es aber eine solide Datenbasis, wie die konkreten Bedingungen etwa bei Personal und pädagogischem Konzept bei inklusiv arbeitetenden Schulen aussehen. Das Schulministerium befragt dazu alle betroffenen Schulen. Ein flächendeckendes Angebot an Förderschulen bleibt erhalten. Das haben die Koalitionsfraktionen bereits vor der Sommerpause angestoßen. Das Ministerium hat die Mindestgrößenverordnung vorübergehend ausgesetzt. So konnten bereits einige Förderschulen, deren Aus schon beschlossen war, gerettet werden.

Das Abitur nach neun Jahren (G9) soll ab dem Schuljahr 2019/20 zur Regel werden. Mit der Leitentscheidung wird die Koalition Klarheit für die Schulträger und Schulen schaffen. Den Anfang machen 2019/20 die Schüler der Jahrgänge 5 und 6. Will eine Schule aber bei G8 bleiben, kann das die Schulkonferenz - also Schulleitung, Lehrer, Eltern/Schüler - mit Zwei-Drittel-Mehrheit beschließen. Das erforderliche Gesetz will die Landesregierung Anfang 2018 in den Landtag einbringen.