06.02.2019 Schneider: Gewalt gegen Pflegekräfte – hinschauen und aus der Tabuzone holen

06.02.2019

MedienINFO 18 – Mittwoch, 6. Februar 2019

Bericht der Landesregierung liegt vor
Schneider: Gewalt gegen Pflegekräfte – hinschauen und aus der Tabuzone holen

Auf Wunsch der Koalitionsfraktionen von CDU und FDP hat Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann für die heutige Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales einen ersten Bericht zum Thema „Gewalt gegenüber Pflegekräften“ vorgelegt. Die Sprecherin für Gesundheit und Pflege der FDP-Landtagsfraktion NRW, Susanne Schneider, sieht aufgrund des Berichts dringenden Handlungsbedarf:

„Gewalt gegen Pflegekräfte ist ein echtes Problem. Viele Pflegende haben im Berufsalltag bereits Gewalterfahrungen gemacht und wurden mit respektlosem Verhalten bis hin zu körperlichen oder auch sexuellen Übergriffen konfrontiert. Bei einer Zufallsstichprobe unter Teilnehmern eines Fortbildungskongresses hat jeder siebte Befragte angegeben, ‚häufige Gewalterfahrungen‘ gemacht zu haben. Das gesamt Ausmaß der Problematik ist allerdings bislang nicht bekannt. Gewalterfahrungen werden häufig verschwiegen. Wir brauchen daher weitere Untersuchungen, um dieses Problemfeld aus dem Dunklen und Ungefähren herauszuholen.

Gewalt ist in keinem Bereich hinnehmbar. Mit den Erkenntnissen umfassender Untersuchungen müssen passende Maßnahmenpakete für Pflegekräfte entwickelt werden, die auf die vielschichtigen Formen der Gewalt eingehen. Ansätze dafür sind bereits vorhanden. So gibt es bei Fort- und Weiterbildungen Kommunikations-und Deeskalationstraining. Auch in den Lehrplänen der pflegeberuflichen Ausbildungen wird das Thema „Gewalt“ mit Vermeidungs- und Lösungsstrategien behandelt. Ich befürchte jedoch, dass wir bei der Gewalt gegen Pflegekräfte bislang nur die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs sehen und weitere Anstrengungen in dem Bereich notwendig sind.

Das sind wir den Pflegenden, die einen unschätzbaren Dienst für unsere Gesellschaft leisten, schuldig.“

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