17.12.2018 Hafke: Bemühungen des Bundes bleiben Stückwerk – stärkerer Praxisbezug in der Erzieherausbildung nötig

18.12.2018

MedienINFO 197 – Montag, 17. Dezember 2018

Fachkräftemangel

Hafke: Bemühungen des Bundes bleiben Stückwerk – stärkerer Praxisbezug in der Erzieherausbildung nötig

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat heute bekanntgegeben, dass der Bund für die Entlohnung von angehenden Erzieherinnen und Erziehern rund 300 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Die Mittel sollen den Auszubildenden zugutekommen, die im ersten und zweiten Ausbildungsjahr bislang keinen Lohn erhalten. So solle der Erzieherberuf wieder attraktiver gemacht und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. Marcel Hafke, familienpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, erklärt dazu:

„Es ist höchste Zeit, dass die große Koalition in Berlin anfängt, bislang Versäumtes nachzuholen. Allerdings braucht es für eine echte Trendwende weit mehr als Einmalzahlungen. Der Fachkräftemangel macht auch vor den Kitas nicht Halt. Allein in NRW fehlen rund 16.000 Erzieherinnen und Erzieher. Es ist daher nur folgerichtig, dass die Bundesregierung sich an dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung beteiligt und Mittel zur Verfügung stellt. Allerdings sind die im Raum stehenden 300 Millionen Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn Frau Giffey es mit der Kitaoffensive ernst meint, würde sie sich mit Nachdruck dafür einsetzen, die Mittel aus dem Gute-Kita-Gesetz zu entfristen. Nur langfristiges und verlässliches Engagement des Bundes schafft für die Länder echte Planungssicherheit.

Viele junge Menschen können sich vorstellen, Erzieherin oder Erzieher zu werden. Doch die fehlende Bezahlung während der ersten beiden Jahre in der Fachschule stellt zu oft eine unüberwindbare Hürde dar. Dass sich die nun ausgelobten 300 Millionen Euro gerade an Auszubildende in dieser Phase richten, ist zwar gut gemeint, löst aber das bestehende Problem der Ausbildungsform nicht. In Nordrhein-Westfalen macht sich die FDP-Fraktion daher seit Langem für eine Stärkung der praxisintegrierten Ausbildung (PIA) stark. Dabei sind die Auszubildenden früher in den Kitas, arbeiten tatkräftig mit und werden entsprechend entlohnt.“

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