18.01.2018 Schneider: Bewusste Entscheidung beim Thema Organspende treffen

18.01.2018

MedienINFO 5 – Donnerstag, 18. Januar 2018

Aktuelle Stunde zu Organspenden
Schneider: Bewusste Entscheidung beim Thema Organspende treffen

In der Aktuellen Stunde des Landtages zum Rückgang der Organspenderzahlen in Nordrhein-Westfalen erklärte die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion Susanne Schneider:

„Haben Sie schon einmal überlegt, Ihr Herz zu verschenken? Das geht ganz einfach, holen Sie sich einen Organspendeausweis und füllen Sie ihn aus. So können Sie später vielleicht einmal Menschen helfen, die dringend auf ein Spenderorgan angewiesen sind. Organspende kann Leben retten. Ein Organspender, von dem alle Organe transplantiert werden, schenkt durchschnittlich 56 neue Lebensjahre.

Doch die Zahlen der Unterversorgung mit Organen sind ernüchternd. Dabei ist NRW Schlusslicht mit nur noch 146 Organspendern im letzten Jahr. Die Zahlen von Spendern und gespendeten Organen sind seit 2012 rückläufig. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wären jedoch rund 80 Prozent der Deutschen grundsätzlich zu einer Organ- und Gewebeentnahme nach dem Tod bereit.

Wir wollen, dass mehr Menschen selbst eine Entscheidung zur Organspende treffen und einen Spenderausweis bei sich tragen. Neben der Angst vor Missbrauch kann auch Unsicherheit der Bereitschaft zur Organspende entgegenstehen. Deshalb brauchen wir eine umfangreiche Aufklärung über den Ablauf der Organspende und die möglicherweise bestehenden Bedenken. Hier sind alle Akteure gefordert – Ärzteschaft, die Deutsche Stiftung Organspende, Krankenhäuser, Krankenkassen und auch die Politik.

Wir müssen aber auch in den Krankenhäusern die strukturellen Abläufe so verbessern, dass mehr potentielle Spender vor einem Abbruch der intensivmedizinischen Maßnahmen erkannt werden. Dazu sollten wir überlegen, ob wir wie in Bayern konkrete landesrechtliche Regelungen zur Freistellung, Vergütung und Ausstattung der Transplantationsbeauftragten einführen.“

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