21.03.2019 Nückel: Europa verständlich und authentisch erklären statt kalt und abstrakt

21.03.2019

MedienINFO 42 – Donnerstag, 21. März 2019

Landtag beschließt Wahlaufruf für den 26.Mai
Nückel: Europa verständlich und authentisch erklären statt kalt und abstrakt

In der Landtags-Debatte zur Verabschiedung eines Wahlaufrufs für die Wahl des Europäischen Parlaments am 26. Mai, erklärte der europapolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Thomas Nückel:

„Wir müssen prüfen, ob wir über Europa zu abstrakt, zu funktional, zu kalt und wenig authentisch erzählen. Heute ist die EU gerade für junge Menschen eine Selbstverständlichkeit, so dass sie gar nicht mehr erkennen, woher die vielen Vorteile stammen. Beispiel Grenzverkehr. Erinnern wir uns: Endlose Lkw-Schlangen, die sich weit ins Land zurückstauten, Durchsuchungen der Pkw nach Butter und Kaffee – das waren die Realitäten in den siebziger und achtziger Jahre an den Westgrenzen von NRW. Vor 24 Jahren konnten sich viele Europäerinnen und Europäer über den Wegfall von Grenzkontrollen freuen: Am 26. März 1995 setzten sieben Staaten – Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, Portugal und Spanien – das Schengener Durchführungsübereinkommen in Kraft. Viele weitere Staaten folgten.

Die Europäische Union ist seit ihrem Bestehen Garant für Frieden, Wohlstand und Stabilität. Damit sie das bleibt, muss sie aber gegen die zunehmenden Angriffe von Populisten von rechts und links verteidigt werden. Was passiert, wenn Bürger auf Populisten hereinfallen, lässt sich leider in Großbritannien beobachten. Der Brexit hat Regierung und Parlament ins Chaos gestürzt. Auch in Italien und Ungarn leisten Populisten ganze Arbeit.

Die EU muss für die Menschen verständlich erklärt werden. Den ‚Europamüden‘ muss mit Herz und Engagement erklärt werden, dass ein Europa ohne Grenzen, mit der Möglichkeit, frei umherzureisen und seinen Ausbildungs-, Arbeits- und Lebensort frei zu wählen, nicht selbstverständlich ist. Europakritiker und Europafeinde würden diese Freiheiten am liebsten wieder rückgängig machen. Auch ob künftig die Mitte oder der schrille Rand den zukünftigen Weg der Europäischen Union bestimmt wird sich am 26. Mai zeigen. Damit die EU auch in Zukunft handlungsfähig bleibt, müssen möglichst viele Bürgerinnen und Bürger für den Gang zu den Wahlurnen mobilisiert werden, um sich nicht zuletzt so für ein vereintes Europa einzusetzen.“