26.03.2021 Schneider: Tarn-App als Hilfsangebot für Opfer von Gewalt etablieren

26.03.2021

MedienINFO 45 – Freitag, 26. März 2021

Opferschutz und Digitalisierung
Schneider
: Tarn-App als Hilfsangebot für Opfer von Gewalt etablieren

Der Landtag hat einen Antrag der NRW-Koalition aus FDP und CDU beschlossen, der die Weiterentwicklung des Opferschutzportals NRW vorsieht, um Opfern von Gewalt weitere Hilfsangebote zu unterbreiten. Dazu erklärt Susanne Schneider, gleichstellungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion NRW:

„Das internetbasierte Angebot des Opferschutzportals soll in eine darauf aufbauende sogenannte Tarn-App weiterentwickelt werden. Eine solche Tarn-App ist ein Instrument im Kampf gegen häusliche Gewalt, das den Opfern Hilfe zur Selbsthilfe anbietet. Inkognito können Opfer sich über Hilfsangebote informieren, aber auch einen stillen Notruf absenden.

Der Vorteil einer Tarn-App ist es, dass es nicht gleich erkennbar ist, welchem Zweck sie eigentlich dient. Informationen und Nachrichten zu anderen Lebensbereichen wie Lifestyle oder Reisen sollen vordergründig angezeigt werden. Erst nach Authentifizierung durch die Nutzerin oder den Nutzer sollen die Angebote des Opferschutzportals sichtbar und nutzbar werden.

Wir helfen damit vor allem den Opfern, denen es schwer fällt, Alarm zu schlagen und Hilfe zu suchen. Zu der Angst vor dem Täter oder der Täterin kommt häufig auch eine falsche Scham hinzu, so dass auf eine Anzeige verzichtet wird. Aber gerade der Verzicht ist eben der falsche Weg, sich oder die eigenen Kinder vor häuslicher Gewalt zu schützen. Die Tarn-App kann dabei helfen, vorhandene Hemmschwellen bezüglich der Anzeige von Gewalt zu überwinden.

Bei der Konzeptionierung und Realisierung der Tarn-App ist es uns wichtig, dass sämtliche Lebenswirklichkeiten von Familien und häuslichen Gemeinschaften berücksichtigt werden. Die App muss sich selbstverständlich auch an Menschen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften richten und bei der Umsetzung und Darstellung der Hilfen das gesamte Spektrum von LSBTIQ* beachten.“

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