26.10.2018 Freynick: Intersexuelle Menschen dürfen nicht diskriminiert werden

26.10.2018

MedienINFO 144 – Freitag, 26. Oktober 2018

Welttag der Intersexualität

Freynick: Intersexuelle Menschen dürfen nicht diskriminiert werden

 

Der heutige Welttag der Intersexualität ist eine Erinnerung daran, dass intersexuelle Menschen nicht gerecht behandelt werden. Denn Intersexuelle können oder wollen dem binären Geschlechtermodell von weiblich und männlich nicht zugeordnet werden. Jörn Freynick, Sprecher für LSBTI* der FDP-Landtagsfraktion, erklärt:

 

„Gegen diese Diskriminierung müssen wir als Politik und Gesellschaft vorgehen. Bei amtlichen Formularen muss es die Möglichkeit einer dritten Option der Geschlechterangabe geben. Das bedeutet, dass das Personenstandsrecht umgehend entsprechend geändert werden muss. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts gibt dem Gesetzgeber im Bund dazu noch bis zum Ende des Jahres Zeit. Gleichzeitig sollte evaluiert werden, ob die Nennung des Geschlechts für den jeweiligen bürokratischen Vorgang wirklich notwendig ist.

 

Als FDP-Fraktion ist es uns wichtig, dass das Land Angebote zur Aufklärung und Akzeptanz weiter fördert. So wird das Spektrum intersexueller Menschen unter anderem durch die Unterstützung von Projekten wie „SCHLAU NRW“ oder „Schule der Vielfalt“ sowie durch die Arbeit der psychosozialen Beratungsstellen für LSBTI* abgedeckt. Ein essentieller Aspekt ist auch der rege Austausch mit Akteuren und Vereinen aus der Community der Inter-Menschen, wie derzeit insbesondere zur Änderung des Personenstandsrechts.

 

Die Aufklärung in der Gesellschaft ist unerlässlich. Es werden noch immer genitalangleichende Operationen an intersexuellen Neugeborenen durchgeführt. Diese Operationen, die meist aus der Unsicherheit der betroffenen Eltern heraus veranlasst werden, haben oft schwere physische und psychische Folgen für die Kinder im späteren Leben. Genau wie Familienminister Dr. Joachim Stamp bin ich der Meinung, dass solche Operationen an nicht einwilligungsfähigen Personen, insbesondere an Säuglingen und Kindern, nur dann erfolgen dürfen, wenn aus medizinischer Sicht eine lebensbedrohliche Situation vorliegt. In Fällen, die nicht zur Abwendung von Lebensgefahr dienen, befürworte ich stark ein Verbot solcher Operationen.“

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