30.05.2018 Schneider: Experten befürworten Stärkung der Transplantationsbeauftragten

30.05.2018

MedienINFO 74 – Mittwoch, 30. Mai 2018

Anhörung zur Organspende

Schneider: Experten befürworten Stärkung der Transplantationsbeauftragten

Der Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen von CDU und FDP zur Änderung des Transplantationsgesetzes hat bei der Sachverständigenanhörung im Ausschuss großen Anklang gefunden. Den Handlungsbedarf bei der Organspende unterstreichen aktuelle Zahlen: Rund 10.000 Menschen in Deutschland warten derzeit auf ihr lebensrettendes Organ. Besonders niedrig war die Zahl der Organspender zuletzt in NRW. Der Gesetzentwurf setzt vor allem bei den Transplantationsbeauftragten der Kliniken an, deren Rechte gestärkt werden sollen. „Es darf nicht sein, dass Nordrhein-Westfalen länger Schlusslicht bei der Bereitschaft zur Organspende bleibt“, sagt Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion.

Ursachen für die Unterversorgung mit Spenderorganen gibt es zahlreiche. „Gerade in den vergangenen Jahren kam es durch negative Schlagzeilen leider zu weiterer Verunsicherung“, sagt Schneider. Dabei liegt die generelle Bereitschaft der Menschen zur Organspende bei rund 80 Prozent. „Neben Aufklärung und Information über Organspenden müssen die strukturellen Probleme beseitigt werden. Dazu leisten wir mit dem vorgelegten Gesetzentwurf einen Beitrag“, betont die Gesundheitsexpertin.

Die Vorschläge der Koalition wurden von der Mehrheit der Sachverständigen befürwortet. Prof. Dr. Susanne Schwalen, geschäftsführende Ärztin der Ärztekammer Nordrhein, erklärte in der Stellungnahme zur Anhörung: „Der Aufwand der Transplantationsbeauftragten erfordert Zeit, dies wird durch die Freistellungsregelung ermöglicht.“ Durch die Freistellung soll die zuverlässige Meldung von potentiellen Spendern gewährleistet und somit die Anzahl von Menschen reduziert werden, die während der Wartezeit auf ein benötigtes Organ versterben.

Zur Stärkung der Rechte von Transplantationsbeauftragten sollen auch die Berichtspflichten verschärft werden, um besser zu erkennen, weshalb potentielle Organspender nicht gemeldet wurden. Dr. Ulrike Wirges von der Deutschen Stiftung Organspende lobte in ihrer Stellungnahme den Entwurf der NRW-Koalition: „Ein gutes Gesetz aus 2007 wird damit noch besser.“

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