Markus Diekhoff Markus Diekhoff

Diekhoff: Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen und Strategie zum Umgang mit dem Wolf entwickeln

22.11.2018 Düsseldorf

In NRW werden häufiger Wölfe nachgewiesen. Deshalb haben die Fraktionen von FDP und CDU jetzt einen Antrag vorgelegt, in dem sie die Landesregierung auffordert, eine Strategie zum Umgang mit dem Wolf zu entwickeln. Der Antrag wird in der kommenden Plenarwoche beraten. Markus Diekhoff, Sprecher für Umwelt, Landwirtschaft, Naturschutz und Jagd der FDP-Landtagsfraktion, erklärt: „Wir nehmen die Sorgen und Ängste der Bevölkerung sehr ernst. Es ist an der Zeit, kurzfristige Maßnahmen auf den Weg zu bringen und langfriste Lösungen zu entwickeln. Wir wollen unter anderem die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Weidetierhaltern die Kosten für den Herdenschutz vollständig erstattet werden.“

Beinahe täglich wird von Sichtungen und Wolfsnachweisen berichtet. Eine steigende Zahl gerissener Schafe besorgt die Weidetierhalter. Schutzmaßnahmen stellen Schafs- und Ziegenhalter vor erheblichen personellen und finanziellen Aufwand. „Die Anschaffung von Zäunen ebenso wie Ausbildung und Unterhalt eines Hütehundes sind mit erheblichen finanziellen Aufwand verbunden“, erläutert Diekhoff. Die FDP fordert deshalb unbürokratische Hilfen für betroffene Weidetierhalter.

Der Wolf übt eine Faszination auf Menschen aus, falsch verstandene Tierliebe kann aber schädlich sein. „Der Wolf ist kein Kuscheltier! Durch die gezielte Anfütterung von vermeintlichen Wolfsschützern verschlimmert sich die Situation unnötig. Im Extremfall kann dieses Verhalten dazu führen, dass der Wolf getötet werden muss, weil er gelernt hat, sich Menschen zu nähren, um an Nahrung zu kommen.“ Deshalb ist nach Ansicht der FDP ein allgemeines Fütterungsverbot für Wölfe notwendig.

Neben kurzfristigen Maßnahmen müssen langfriste Lösungen entwickelt werden. Der Wolf ist europaweit sehr streng geschützt. Der Schutzstatus hängt unmittelbar mit dem Erhaltungszustand zusammen. Erst wenn die Population gesichert ist, kann er wie andere Wildarten behandelt werden. „Perspektivisch können wir uns neben weiteren Instrumenten sogenannte Verbreitungsgebiete für den Wolf vorstellen. In geeigneten Gebieten soll der Wolf geschützt leben können, von Gebieten mit Nähe zu Wohnsiedlungen soll er ferngehalten werden“, sagt Diekhoff.