Marcel Hafke Marcel Hafke

Hafke: Belange und Lebenswirklichkeiten von Kindern und Jugendlichen stärker berücksichtigen

30.04.2020 Düsseldorf

Der Landtag hat sich im Rahmen einer Aktuellen Stunde mit der Situation von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Krise auseinandergesetzt. Dazu erklärt der kinder- und familienpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Marcel Hafke:

„Familien wird in der Corona-Krise Vieles abverlangt: Eltern müssen ihren Beruf und die Kinderbetreuung unter einen Hut bekommen, Kinder können nicht in Kitas und auf Spielplätzen spielen und Jugendlichen fehlt der Kontakt zu Gleichaltrigen in Schule und Vereinen. Insbesondere in beengten Wohnsituationen in Großstädten können sich so Spannungen und Aggressionen aufbauen. Kinder- und Jugendärzte, der Kinderschutzbund sowie Psychologen warnen daher eindringlich vor einer Gefährdung des Kinderwohls und psychosozialen Schäden sowie eingeschränkten Entwicklungs- und Bildungschancen, insbesondere für Kinder aus bildungsfernen Familien.

Die NRW-Koalition möchte darum die Wünsche und Lebenswirklichkeiten der Kinder und Jugendlichen noch stärker in den Blick nehmen und ihnen eine Perspektive bieten. Um den Kindern die für ihre Entwicklung so wichtige frühkindliche Bildung sowie soziale Kontakte zu ermöglichen, möchten wir die Betreuungs- und Bildungsangebote in Kitas und Kindertagespflege stufenweise wieder für alle Kinder öffnen. Breit angelegte Studien können zudem Aufschluss über die Rolle von Betreuungs- und Bildungseinrichtungen bei der Virusübertragung geben und bei der Ausweitung von Kinderbetreuung und Beschulung eine wichtige Rolle spielen. Auch die Öffnung von Spiel- und Sportplätzen kann ein Ventil für etwaige Spannungen in Familien bieten. Klar ist jedoch, dass solche Öffnungen nur in strenger Anlehnung an das Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen, in kleinen Schritten sowie in enger Absprache mit allen Beteiligten geschehen kann. Bei allen künftigen Maßnahmen gilt es, eine Balance zwischen den Kinderrechten, einer Entlastung der Eltern sowie dem Schutz der Gesundheit aller an der Kinderbetreuung beteiligten Akteure zu finden. Ein echter Gewinn sind dabei auch die vielfältigen digitalen Angebote, wie Online-Bastel- und Malkurse, -Sportmöglichkeiten oder gar virtuelle Jugendzentren, die durch einige Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendhilfe angeboten werden. Die NRW-Koalition möchte den Weg in eine neue verantwortungsvolle Normalität mit einem besonderen Augenmerk auf die Kinder und Jugendlichen weitergehen.“