Marcel Hafke Marcel Hafke

Hafke: Kinder besser vor Missbrauch schützen – Jugendamtsstruktur neu ausrichten

24.06.2019 Düsseldorf

In einer Anhörung beschäftigen sich zahlreiche Ausschüsse des Landtags mit dem Opferschutz bei Kindesmissbrauch. Grundlage der Anhörung ist ein fraktionsübergreifender Antrag von CDU, SPD, FDP und Grünen. Marcel Hafke, stellvertretender Vorsitzender und familienpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion erklärt dazu:

„Opferschutz ist vor allem eine Frage der Jugendamtsstrukturen. Ich bin froh, dass die demokratischen Fraktionen im Landtag angesichts der fürchterlichen Missbrauchsfälle in Lügde zusammenstehen – nüchtern in der Sache und mit Nachdruck für das gemeinsame Ziel: Kinder und Jugendliche in NRW besser vor Missbrauch zu schützen. Damit dies gelingt, müssen politisch die richtigen Schlussfolgerungen aus den strukturellen Versäumnissen, die dem Fall Lügde allem Anschein nach vorausgegangen sind, gezogen werden.

In der Anhörung wurde von den Sachverständigen deutlich angemahnt, was die FDP-Landtagsfraktion bereits länger fordert: eine bessere Vernetzung der Jugendämter, damit möglichst kein Kind durch das Raster fällt. Ganz klar ist aber auch: Im weit größten Teil der 186 Jugendämter in NRW wird verantwortungsvolle und überaus gute Arbeit geleistet. Jedoch gibt es mitunter massive regionale Unterschiede, zum Beispiel bei Abspracheregelungen mit anderen Behörden vor Ort, der Anzahl der betreuten Fälle pro Mitarbeiter sowie den täglichen Erreichbarkeiten. Diese Probleme können einzelne Ämter nicht alleine lösen. Nordrhein-Westfalen braucht eine landesweite Fachaufsicht, einheitliche Mindeststandards und konkrete Begleitmaßnahmen, beispielsweise einen anonymen Informationsaustausch zwischen Ärzten bei Verdachtsfällen, eine Kinderschutzhotline und verbindlichere Regeln bei der Pflegeelternschaft für Minderjährigen. Zuständigkeiten dürfen für Kinder und Jugendliche nicht zum Glücksspiel mit ungewissem Ausgang werden.“