Das Lied als Kulturgut: Kulturfrühstück in Mettmann

Die Bedeutung des Liedes als Kulturgut stand im Mittelpunkt des Kulturfrühstücks der FDP-Landtagsfraktion NRW in Mettmann. Singen schafft Gemeinschaft, stärkt die Persönlichkeitsentwicklung und leistet einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Getreu dem Motto „Singe, wem Gesang gegeben“ konnte das Publikum seine Sangeskünste gleich vor Ort unter Beweis stellen.

Publikum Kulturfrühstück in Mettmann

Foto: Christopher Altenhof

Yvonne Gebauer, kulturpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion NRW, diskutierte in der Mettmanner Kulturvilla mit Regina van Dinther, Präsidentin des ChorVerbands NRW, Manfred Hill, Ehrenvorsitzender des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf, und Željo Davutović, dem künstlerischen Leiter der Akademie für Gesang NRW.

„Junge Menschen müssen an die Musik herangeführt werden", appellierte Yvonne Gebauer. Diesen Gedanken griff Manfred Hill, Erfinder der SingPause Düsseldorf, auf und betonte, dass musikalische Bildung möglichst niedrigschwellig und frühzeitig beginnen müsse – nämlich in der Grundschule. Regina van Dinther hob die soziale Funktion von Liedern hervor und erläuterte, dass Musik Kopf und Herz öffne. Oder anders ausgedrückt: „Musik hilft, unfreundlichen Entwicklungen in der Gesellschaft entgegenzuwirken.“

Željo Davutović berichtete, dass das Interesse junger Menschen an professioneller Musik im vergangenen Jahrzehnt insgesamt abgenommen habe. Andererseits zeigten Großveranstaltungen wie das Weihnachtssingen im Fußballstadion von Borussia Dortmund, dass die Faszination für das gemeinsame Singen von Liedern ungebrochen hoch sei.

Im weiteren Gesprächsverlauf wurde die Bedeutung der Laienkultur und des Ehrenamts hervorgehoben, insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels bei Musiklehrkräften. Obwohl sie wertvolle und niedrigschwellige Angebote schaffen, wird ihre Arbeit vielerorts durch Bürokratie und unsichere Förderperspektiven erschwert. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, benötigen sie mehr qualifizierte Fachkräfte und verlässliche Rahmenbedingungen – ein Auftrag an die Politik.

In der anschließenden offenen Diskussion wurde deutlich: Damit das Lied als Kulturgut auch in Zeiten von Musik-Streaming lebendig bleibt, braucht es starke ehrenamtliche Strukturen, gute musikalische Bildung und eine Kulturpolitik, die kulturelle Teilhabe fördert und Hürden in der Umsetzung abbaut.