Gebauer (FDP): Frühkindliche Bildung wächst – Schwarz-Grün schrumpft den Anspruch

Neue Zahlen von IT.NRW zeigen: In Nordrhein-Westfalen arbeiten deutlich mehr Menschen in Kindertageseinrichtungen als noch vor zehn Jahren, zugleich werden mehr Kinder betreut. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, dass die Landesregierung die Rahmenbedingungen in der frühkindlichen Bildung verbessert, statt neue Unsicherheit zu schaffen.

Yvonne Gebauer

Yvonne Gebauer 

Dazu erklärt Yvonne Gebauer, familienpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion NRW:

„Die aktuellen Zahlen von IT.NRW sind ein unübersehbares Signal. Am 1. März 2025 waren in NRW rund 175.000 Personen in Kindertageseinrichtungen beschäftigt, rund 46 Prozent mehr als 2015. Gleichzeitig ist die Zahl der betreuten Kinder auf rund 669.000 gestiegen, bei den unter Dreijährigen ist das sogar eine Steigerung um rund 27 Prozent. Das zeigt: Kitas sind kein Randthema, sie sind das Fundament unserer Bildungslandschaft. Dieses Fundament darf die Landesregierung nicht mit wackeligen Regeln unterspülen. Umso enttäuschender ist, dass die neue Familienministerin Verena Schäffer den Gesetzentwurf zur KiBiz-Novellierung nicht grundlegend überarbeitet hat – obwohl alle Akteure in der Praxis, insbesondere die Fachkräfte, das Modell der Kern- und Randzeiten klar ablehnen. Statt Kindern und Fachkräften Halt zu geben, zwingt das Modell sie in ein Zeitfenster-Korsett. Das trifft die Kinder, weil Beziehungen und Bildung leiden, und es trifft die Beschäftigten, weil Arbeitsbedingungen unattraktiver werden.

So kann frühkindliche Bildung nicht gelingen. Der Entwurf blendet zudem eine wichtige Säule der Kindertagesbetreuung aus: die Kindertagespflegepersonen. Wer über Qualität, Wahlfreiheit und bedarfsgerechte Betreuung spricht, darf die Tagespflege nicht vergessen – erst recht nicht in Zeiten steigender flexibler Betreuungsumfänge. Unser Weg ist ein anderer. Wir Freie Demokraten wollen einen wirklichen Neustart für den Gesetzentwurf – ohne Kern- und Randzeiten-Modell, dafür mit echter Qualitätsagenda. Das heißt: bessere Fachkraft-Kind-Relation, weniger Bürokratie, verlässliche Planung für Einrichtungen, Träger und Eltern – und eine verbindliche, sichtbare Stärkung der Kindertagespflege. Frühkindliche Bildung braucht Rückenwind, keinen Gegenwind aus dem Ministerium.“