Gebauer (FDP): Kita-Finanzierung des Bundes darf nicht für ABC-Klassen missbraucht werden

Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien stellte in einem Interview in Aussicht, die Mittel aus dem geplanten Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz des Bundes könnten in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel auch für die sogenannten ABC-Klassen genutzt werden. Das wäre brisant, weil die Mittel für den Ausbau der Qualität in den Kitas gedacht sind – dann aber kein Cent in die NRW-Kitas fließen und kein Qualitätsausbau stattfinden würde.

Yvonne Gebauer

Yvonne Gebauer

In der Rheinischen Post sagte Yvonne Gebauer, Sprecherin für Familie, Kinder und Jugend der FDP-Landtagsfraktion NRW:

„Es ist gut, dass die Bundesregierung im Qualitätsentwicklungsgesetz dokumentiert, dass sie die Betreuung unserer Kinder in den Kitas als gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern versteht. Wenn die schwarz-grüne Landesregierung aber auch nur darüber nachdenkt, entsprechende Mittel für die Sprachförderung in den Kitas zum Aufbau ihrer ABC-Klassen einzusetzen, nimmt sie eine Verschärfung des Problems der strukturellen Unterfinanzierung unserer Kitas sehenden Auges in Kauf.

Um es noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen: Frühkindliche Sprachbildung gehört in die Kitas und der notwendige Finanzierungsbeitrag des Bundes darf nicht für die Einführung von ABC-Klassen missbraucht werden. Sollte tatsächlich geplant sein, hier Hand anzulegen und Geld aus dem System Kita zu ziehen, um es einem wissenschaftlich höchst umstrittenen Parallelsystem zuzuführen, wird die Zukunftsfähigkeit der nordrhein-westfälischen Kita-Landschaft und die Zukunft unserer Kinder aufs Spiel gesetzt.

Man kann im Sinne unserer Jüngsten nur hoffen, dass die CDU-Ministerinnen Prien und Feller hier nicht längst Absprachen getroffen haben. Wir Freie Demokraten warten gespannt auf die Antworten der diesbezüglich bereits an die Landesregierung gerichteten Fragen und werden es nicht zulassen, wenn die ABC-Klassen als schulische und vor allem teure Parallelstruktur auf diese Weise auf den Weg gebracht werden.“

Medienbericht