Gebauer (FDP): Kita-Streiks stellen Familien vor Zerreißprobe

Auch in dieser Woche ruft ver.di zu Streiks in Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) auf. Damit wird es in mehreren Städten und Landkreisen Nordrhein-Westfalens erneut zu Kita-Schließungen kommen.

Yvonne Gebauer

Yvonne Gebauer

Dazu erklärt Yvonne Gebauer, Sprecherin für Familie, Kinder und Jugend der FDP-Landtagsfraktion NRW:

„Die ersten Monate des neuen Jahres entwickeln sich für Eltern, Familien, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zunehmend zu einem Geduldsspiel, das allen Beteiligten starke Nerven abverlangt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird noch stärker zu einer Zerreißprobe, weil viele berufstätige Eltern erneut und wiederholt die Betreuung ihrer Kinder kurzfristig sicherstellen müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass unsere Kinder durch das Schließen der Kitas immer wieder aus ihrem so wichtigen Alltagsrhythmus herausgerissen werden.

Als Freie Demokraten teilen wir die Forderung nach einer wertschätzenden, angemessenen und inflationsausgleichenden Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher, denn sie ist gerade in Zeiten des Fachkräftemangels auch ein entscheidender Faktor, damit sich mehr junge Menschen für eine Ausbildung in der frühkindlichen Bildung entscheiden. Die Ergebnisse der Tarifrunde sind zudem ein weiterer Richtwert, unter dem die laufenden Beratungen zur KiBiz-Novellierung zu betrachten sind. Klar ist aber, dass Streiks zumindest bei unseren Jüngsten nur wohldosiert und als letztes Mittel zum Einsatz kommen sollten. Schließlich sind geschlossene Türen in Kitas aufgrund des Mangels an Erzieherinnen und Erziehern sowie Krankheitswellen leider schon oft genug Alltag und in der Konsequenz nicht selten mit langfristigen Nachteilen in der Bildungsbiografie unserer Kinder verbunden. Das aber kann und darf sich unsere Gesellschaft nicht leisten. Deshalb dürfen die Streiks nicht auf dem Rücken unserer Kinder und ihrer Familien ausgetragen werden.“