Gebauer (FDP) zum KiBiz: Mangelverwaltung statt Bildung
Der Landtag entscheidet heute über die Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz). Die FDP-Landtagsfraktion fordert mit einem Entschließungsantrag nachdrücklich, Qualität, Chancengerechtigkeit und frühe Bildung konsequent in den Mittelpunkt des KiBiz zu stellen.
Yvonne Gebauer
Dazu erklärt Yvonne Gebauer, Sprecherin für Familie, Kinder und Jugend der FDP-Landtagsfraktion NRW:
„Sachverständige, Träger und Fachkräfte haben die grundlegenden Schwächen dieser Reform klar benannt. Schwarz-Grün reagiert darauf lediglich mit kosmetischen Korrekturen. Der Gesetzentwurf schafft weder eine verlässliche Finanzierung noch löst er die strukturellen Probleme der Kitas. Er verwaltet den Mangel, statt die frühe Bildung zu stärken. Auch das Kern- und Randzeitenmodell bleibt trotz Anpassungen problematisch, denn damit droht eine schleichende Abkehr vom Fachkräftegebot, und das bei fraglichem Nutzen.
Dabei wird in den Kitas der Grundstein für kluge Kinder und echte Aufstiegschancen gelegt. Sinkende Kinderzahlen dürfen nicht als Anlass für Einsparungen dienen, sondern müssen als Demografiegewinne vollständig im System bleiben – mit besseren Fachkraft-Kind-Relationen, kleineren Gruppen, mehr Leitungszeit, Sprachförderung, Inklusion und Fachberatung.
Wir Freie Demokraten wollen ein Kinderbildungsgesetz, das Bildungschancen früh stärkt, Familien Verlässlichkeit gibt, Fachkräfte entlastet und Trägervielfalt sichert. Frühe Bildung ist der wirksamste Hebel, um das Aufstiegsversprechen einzulösen. Mit unserem Entschließungsantrag legen wir ein konkretes Gegenmodell zum schwarz-grünen Entwurf vor: eine kindbezogene Strukturfinanzierung mit Qualitäts- und Stabilitätskomponenten, eine Fachkräfte- und Sprachoffensive sowie mehr digitale Entlastung. Schade, dass mit der Verabschiedung des Kinderbildungsgesetzes eine große Chance vertan wird, die frühkindliche Bildung nachhaltig und zukunftsorientiert zu stärken.“