Gemeinsam für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland – Rückenwind aus Nordrhein-Westfalen nutzen

I. Ausgangslage

„Die Zeichen sind eindeutig: Die Begeisterung für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland ist kein regionales Phänomen.“ So lautete das Fazit von DOSB-Präsident Thomas Weikert nach den erfolgreichen Ratsbürgerentscheiden in den Kommunen der Bewerberregion KölnRheinRuhr um Olympische und Paralympische Spiele. Der DOSB-Vorstandsvorsitzende Otto Fricke sagte weiter: „Die Ergebnisse unterstreichen, dass das Thema Olympia den Sport wieder in die Mitte des gesellschaftlichen Interesses rückt und die Menschen aktiviert.“

Die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 in Paris haben sowohl international als auch national große Begeisterung ausgelöst. Neben herausragenden sportlichen Leistungen überzeugten insbesondere die Sportstätten sowie die engagierte und begeisternde Arbeit der Volunteers. Mit der Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele geht für das Gastgeberland die Verpflichtung einher, die Grundsätze der Olympischen Charta zu achten. Diese bekennt sich ausdrücklich zur Förderung einer friedlichen Gesellschaft sowie zur Achtung und Wahrung der Menschenwürde. Jede Form von Diskriminierung steht im Widerspruch zur Olympischen und Paralympischen Idee. Olympischen und Paralympischen Spielen kommt daher auch der Auftrag zu, als internationale Sportgroßveranstaltung ein Fest der Völkerverständigung zu sein, bei dem faire Wettbewerbe und die individuelle Leistung des Einzelnen im Vordergrund stehen.

Diese außergewöhnliche Stimmung hat eine Bewerbung Deutschlands für Olympische und Paralympische Spiele beflügelt. Nordrhein-Westfalen hat dabei frühzeitig Verantwortung übernommen und gemeinsam mit den Städten der Region KölnRheinRuhr seine Bereitschaft erklärt, maßgeblich zum Erfolg einer deutschen Bewerbung beizutragen.

Die breite Unterstützung in der Bevölkerung ist eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung. In Nordrhein-Westfalen haben die Bürgerinnen und Bürger diese Unterstützung nun eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In den beteiligten Städten haben sich die Menschen im Rahmen von Ratsbürgerentscheiden mit 66 Prozent Zustimmung deutlich für eine Bewerbung ausgesprochen, bei einer historischen Beteiligung und insgesamt rund 1,4 Millionen abgegebenen Stimmen- mehr als bei jeder bisherigen Olympia-Bewerbung weltweit.

Damit verfügt die Bewerbung KölnRheinRuhr über die breiteste demokratische Legitimation und gesellschaftliche Unterstützung in der Geschichte Olympischer und Paralympischer Bewerbungen. Dieses klare Votum der Bürgerinnen und Bürger stärkt zugleich die deutsche Bewerbung im internationalen Auswahlverfahren des IOCs. Olympische und Paralympische Spiele werden damit als gemeinsames Projekt verstanden, das von einer breiten gesellschaftlichen Basis getragen wird.

II. Beschlussfassung

Der Landtag stellt fest:

  • Der Landtag bekräftigt das Ziel, gemeinsam an einer Bewerbung, um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele in Deutschland festzuhalten und diese weiter aktiv zu verfolgen.
     
  • Der Landtag begrüßt ausdrücklich die erfolgreichen Ratsbürgerentscheide in den beteiligten Städten Nordrhein-Westfalens, mit denen die Bürgerinnen und Bürger ihre Unterstützung für eine Bewerbung von KölnRheinRuhr klar zum Ausdruck gebracht haben.
     
  • Der Landtag stellt fest, dass die Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Entscheidung zugleich das kompakte, nachhaltige und innovative Konzept der Bewerbung KölnRheinRuhr sowie die langjährige Erfahrung Nordrhein-Westfalens bei der Ausrichtung internationaler Sportgroßveranstaltungen bestätigt haben.
     
  • Der Landtag stellt fest, dass diese demokratisch legitimierte Zustimmung von 66 Prozent bei rund 1,4 Millionen abgegebenen Stimmen ein entscheidender Beitrag für die gesellschaftliche Verankerung einer Bewerbung ist und die Erfolgsaussichten eines deutschen Konzepts deutlich stärkt.
     
  • Der Landtag stellt fest, dass sich die Bundesregierung klar zu einer deutschen Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele bekennt und ihre Unterstützung für einen entsprechenden Bewerbungsprozess in Aussicht gestellt hat.
     
  • Der Landtag begrüßt, dass Nordrhein-Westfalen und die beteiligten Städte weiterhin bereit sind, sich im Rahmen eines nationalen Bewerbungskonzepts aktiv einzubringen.
     
  • Der Landtag betont, dass von einer erfolgreichen Bewerbung nachhaltige Impulse für den Leistungs-, Breiten- und Schulsport sowie für Infrastruktur, Mobilität und Digitalisierung setzen wird. Dazu zählen auch positive Auswirkungen auf die Modernisierung von Sportstätten.
  • Der Landtag betont die Bedeutung der Olympischen und insbesondere der Paralympischen Spiele für Inklusion, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Bekenntnis zur Paralympischen Idee ist verbunden mit dem Bekenntnis zur Stärkung des Parasports, der Inklusion und der Barrierefreiheit.
     
  • Der Landtag ist überzeugt, dass eine erfolgreiche Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele weit über den Sport hinaus neue Impulse für Nordrhein-Westfalen in Sport, Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft setzen wird.
     
  • Der Landtag unterstreicht, dass die Olympischen und Paralympischen Spiele einen Mehrwert für die Gesellschaft liefern, der weit über den Sport hinausgeht, und Deutschland als attraktiven und leistungsfähigen Lebens- und Wirtschafts- und Sportstandort im Herzen Europas international sichtbar machen.
     
  • Der Landtag hebt hervor, dass die Bewerbung KölnRheinRuhr mit einem kompakten, nachhaltigen und innovativen Gesamtkonzept überzeugt, das sich an den Bedürfnissen der Athletinnen und Athleten orientiert und die UN-Nachhaltigkeitsziele berücksichtigt.
     
  • Der Landtag spricht sich weiterhin für eine transparente, nachhaltige und verantwortungsvolle Bewerbung und Durchführung aus.
     
  • Der Landtag unterstreicht, dass die Olympischen und Paralympischen Spiele in der Mitte der Gesellschaft verankert sein müssen und begrüßt, dass diese Voraussetzung in Nordrhein-Westfalen durch die klar positiven Bürgerentscheide in besonderer Weise erfüllt ist.
     
  • Der Landtag ist überzeugt, dass Nordrhein-Westfalen als Sportland Nr. 1 mit seiner leistungsfähigen Infrastruktur und seinen erfolgreichen Athletinnen und Athleten hervorragende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung bietet.
     
  • Der Landtag sieht in der breiten gesellschaftlichen Unterstützung eine besondere Chance, die Bewerbung aus Nordrhein-Westfalen heraus weiter voranzubringen und auf nationaler Ebene maßgeblich zu stärken.