Müller-Rech (FDP): ABC-Klassen sind ein teurer Systembruch zulasten der Kinder
Die schwarz-grüne Landesregierung hat ihr Gesetz zur Einführung sogenannter ABC-Klassen für die Sprachförderung von Vorschulkindern in den Landtag eingebracht.
FDP-Fraktionsvize Franziska Müller-Rech
Dazu erklärt Franziska Müller-Rech, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion NRW:
„Wer Bildung verbessern will, darf Kinder nicht zwischen Institutionen hin- und herschieben wie Pakete im Logistikzentrum. Genau das plant Schwarz-Grün aber mit den ABC-Klassen und nimmt in Kauf, dass Kinder aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen werden, sich für wenige Stunden in der Woche mit neuen Bezugspersonen und in einem völlig fremden Umfeld zurechtfinden müssen. Das verunsichert Kinder, statt sie zu fördern. Gleichzeitig werden Millionen, die in den Kitas dringend gebraucht würden, in Beförderung statt in Bildungsqualität gesteckt. Das ist ein bildungspolitischer Irrweg: Statt die bewährten Strukturen in den Kitas zu stärken, werden sie entwertet und übergangen. Erzieherinnen und Erzieher leisten täglich Großartiges, doch statt sie personell zu stärken, schafft die Landesregierung neue Bürokratie und überlastet zusätzlich die Schulen.
Die ABC-Klassen sind keine fachliche Lösung, sondern ein politisch motiviertes Konstrukt, weil die CDU-Schulministerin dem grünen Familienministerium nicht mehr über den Weg traut. Das hat gute Gründe – aber rechtfertigt nicht diesen Systembruch, für den am Ende die Kinder den Preis zahlen.
Wir Freie Demokraten wollen es besser machen: Mit einer verbindlichen Sprachstandsfeststellung für alle Kinder im Alter von vier Jahren und gezielter Förderung direkt in der Kita. Dort fühlen sich Kita-Kinder sicher und können am besten lernen. Für Kinder, die auch im schulfähigen noch besonderen Förderbedarf haben oder zu schlecht Deutsch sprechen, schlagen wir ein zusätzliches Schulfähigkeitsjahr vor: Lernen in kleinen Gruppen und mit ganzheitlichem Blick auf Sprache, Motorik und soziale Entwicklung – und der Chance, auch unterjährig in die erste Klasse zu wechseln, wenn die notwendigen Fähigkeiten da sind. Wer echte Chancengerechtigkeit und kluge Kinder will, muss an der richtigen Stelle investieren: In beste Sprachförderung in der Kita, nicht in Busfahrten zur ABC-Klasse.“