Müller-Rech (FDP): Besoldungspaket überfällig – aber für echte Entlastung der Schulen viel zu klein
Die schwarz-grüne Landesregierung hat heute über ein zweites Besoldungspaket für Schulleitungen und Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen informiert.
Franziska Müller-Rech
Dazu erklärt Franziska Müller-Rech, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion NRW:
„Die geplante bessere Bezahlung von Schul- und Fachleitungen ist überfällig. Wer mehr Verantwortung übernimmt, muss auch spürbar mehr verdienen. Doch die Landesregierung verkauft ein schmales Paket als großen bildungspolitischen Wurf. Vier Millionen Euro im Jahr 2027 sind angesichts der gewaltigen Probleme an den Schulen kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Schulleitungen tragen täglich Personalverantwortung, organisieren Vertretungen, bewältigen Bürokratie und halten ihre Schule trotz Lehrkräftemangels zusammen. Das gilt auch für kleine Schulen, die bei dem Reförmchen der Landesregierung leider in die Röhre schauen.
Die höhere Besoldung löst zudem nicht die massive Arbeitsbelastung. Solange Schulleitungen einen großen Teil ihrer Zeit mit Verwaltung, Dokumentation und der Organisation des Mangels verbringen, bleibt ihnen zu wenig Raum für Unterrichtsentwicklung und die Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler. Die Folgen spüren die Kollegien durch zusätzliche Aufgaben, die Eltern durch fehlende Verlässlichkeit und die Kinder durch Unterrichtsausfall und ausgebremste Schulentwicklung. Gute Bezahlung ist wichtig, ersetzt aber keine guten Arbeitsbedingungen. Unsere Schulen brauchen Verwaltungsleitungen, mehr Schulverwaltungsassistenzen, starke multiprofessionelle Teams und weniger Bürokratie. Sonst streicht die Landesregierung nur den Maschinenraum neu an, während drinnen weiter alle am Limit arbeiten.
Wir Freie Demokraten fordern zudem eine umfassende Reform der Funktionsbesoldung und eine echte Entlastungsoffensive für Schulleitungen und Lehrkräfte. Leistung und zusätzliche Verantwortung müssen an allen Schulen anerkannt werden. Gleichzeitig müssen Schulen mehr Freiheit bei Personal, Organisation und Budgets erhalten. Wer Kluge Kinder wirklich zur Priorität machen will, darf nicht nur kleine Reförmchen und neue Überschriften produzieren. Schwarz-Grün muss dafür sorgen, dass Lehrkräfte mehr Zeit für die Kinder haben und Schulleitungen Freiheit zur Gestaltung ihrer Schulen bekommen, statt den Mangel zu verwalten.“