Müller-Rech (FDP): KI in der Schule so verlässlich machen wie andere Lernmittel
Die Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion NRW zeigt, wie sehr Nordrhein-Westfalen bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Schule hinterherhinkt.
FDP-Fraktionsvize Franziska Müller-Rech
Gegenüber t-online sagte Franziska Müller-Rech, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion NRW:
„KI-Lernbegleiter können Lernstände erkennen, individuell fördern und Schülerinnen und Schüler wie ein digitaler Tutor unterstützen. Wir wollten wissen, wie die Landesregierung Schulen in NRW einen offenen und verlässlichen Zugang zu solchen Systemen ermöglicht – und die Antworten sind ernüchternd. Schwarz-Grün schaut zu, wie sich jede Schule und jeder Schulträger allein durch den KI-Dschungel kämpfen muss: Man sei keine Prüfstelle, will weder eine White-List noch Rahmenverträge, sondern lässt Schulen und Träger einzeln verhandeln, prüfen und einkaufen. Das ist organisierte Orientierungslosigkeit.
Kluge Kinder brauchen moderne Bildung und KI ist dabei eine Schlüsseltechnologie, aber die Landesregierung nimmt sie nicht ernst. Zusätzliche Mittel oder landesweite Lizenzen sind nicht vorgesehen, stattdessen wird auf ein einzelnes Angebot verwiesen, der Rest soll irgendwie vor Ort gelöst werden. Das ist nicht irgendeine Rolle Klopapier oder ein quietschendes Fenster, worum sich der Schulträger nebenbei kümmern kann. Es geht um Chancengerechtigkeit und Bildungsqualität, und die Landesregierung macht sich einen schlanken Fuß. So entsteht ein Flickenteppich: finanzstarke Kommunen kommen voran, andere fallen zurück. Leidtragende sind Lehrkräfte, die mit Unsicherheit und Mehraufwand kämpfen, und vor allem Schülerinnen und Schüler, deren Zukunftschancen vom Kassenstand ihrer Stadt abhängen.
Es muss einen Aktionsplan mit landesweitem Qualitätsrahmen für KI-Lernbegleiter geben und gebündelte Rahmenverträge, damit nicht jede Kommune das Rad neu erfinden muss. Wir Freie Demokraten wollen KI in der Schule so verlässlich machen wie andere Lernmittel: mit klaren Qualitätskriterien und einer landesweiten Unterstützung für alle Schulen. Deshalb setzen wir uns auch dafür ein, KI-Korrekturen zum Standard zu machen, damit Lehrkräfte entlastet werden und mehr Zeit für das bleibt, was Schule ausmacht: gute Bildung, die nicht dem Zufall überlassen wird.“