Müller-Rech (FDP): Sprachförderung ist zu wichtig für Scheinlösungen – CDU und Grüne sollten ABC-Klassen fallen lassen

Die Mehrheit von CDU und Grünen will heute im Landtag die Einführung der sogenannten ABC-Klassen beschließen.

FDP-Fraktionsvize Franziska Müller-Rech

FDP-Fraktionsvize Franziska Müller-Rech

Dazu erklärt Franziska Müller-Rech, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion NRW:

„Die schwarz-grünen ABC-Klassen sind ein teurer Systembruch zulasten der Kinder. Vier- und Fünfjährige sollen künftig regelmäßig mit dem Bus aus ihrer vertrauten Umgebung in der Kita abgeholt und zur Sprachförderung in die Schule gefahren werden. Das ist nicht die Art von Sprachreise, die wir brauchen. Kinder brauchen stabile Bezugspersonen und alltagsintegrierte Sprachförderung in ihrer gewohnten Umgebung, nicht ständig neue Orte und Abläufe. 108 Millionen Euro will die Landesregierung jedes Jahr für diese Busreisen ausgeben – der Bildungshaushalt wird zum Konjunkturprogramm für Busunternehmen umfunktioniert. Statt 108 Millionen Euro in Bustransfers zu stecken, sollte Nordrhein-Westfalen dieses Geld direkt in die alltagsintegrierte Sprachförderung in den Kitas investieren. Denn es sind Erzieherinnen und Erzieher, die für genau diese frühkindliche Sprachförderung ausgebildet sind, nicht Lehrerinnen und Lehrer, die mit der Förderung von Schulkindern schon mehr als gut beschäftigt sind – das bestätigen beide Berufsgruppen.

Die ABC-Klassen sind ein rein politisches Konstrukt. Der einzige Grund für die ABC-Klassen ist, dass sich CDU und Grüne bei der frühkindlichen Bildung keinen Meter über den Weg trauen – und die CDU deshalb die notwendige bessere Sprachförderung unbedingt im Schulministerium umsetzen wollte. Geräuschlos ist in dieser Koalition schon lange nichts mehr. Dieses schwarz-grüne Chaos geht auf Kosten der Kinder, die keine vernünftige Sprachbildung bekommen, sondern eine Busreise.

Dass ein Drittel der Kinder zur Einschulung zu starke Sprachdefizite hat, um den Unterricht zu folgen, zeigt aber, dass wir die deutsche Sprache dringend stärken müssen. Deutsch ist der Schlüssel zum Bildungserfolg und Grundlage des Aufstiegsversprechens. CDU und Grüne sollten den faulen ABC-Klassen-Kompromiss fallen lassen – denn für solche Scheinlösungen ist eine bessere Sprachförderung viel zu wichtig. Wir Freie Demokraten schlagen ein besseres Modell vor: Wir wollen die alltagsintegrierte Sprachförderung in der Kita stärken und nicht abwerten und ein Schulfähigkeitsjahr in der Grundschule für diejenigen Kinder einführen, denen zur Einschulung noch Basiskompetenzen fehlen. So geht echte Politik für kluge Kinder.“