Müller-Rech (FDP): Wir brauchen ein Chancen-Sofortprogramm für die PISA-Generation

Der Landtag hat sich auf Antrag der FDP-Landtagsfraktion NRW am heutigen Donnerstag in einer Aktuellen Stunde mit den fatalen Ergebnissen der PISA-Studie und des INSM-Bildungsmonitors befasst.

FDP-Fraktionsvize Franziska Müller-Rech

FDP-Fraktionsvize Franziska Müller-Rech

Dazu erklärt Franziska Müller-Rech, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion NRW:

„PISA ist nicht einfach ein Schultest, sondern testet, ob das Aufstiegsversprechen funktioniert. Und bei diesem Test hat Schwarz-Grün miserabel abgeschnitten. Die Chancengerechtigkeit in unserem Land ist bedroht. Das ist fatal für unsere Kinder und Jugendlichen, aber auch für den Standort Nordrhein-Westfalen. Denn Bildungspolitik ist die Wirtschaftspolitik von morgen. Wenn junge Menschen ohne ausreichende Kompetenzen ins Berufsleben starten, wird aus einem Bildungsproblem ganz schnell ein Fachkräfteproblem, ein Wachstumsproblem und am Ende ein Wohlstandsproblem.

Deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass die PISA-Generation die Schule verlässt, ohne sicher lesen, rechnen und Deutsch sprechen zu können. Ausbildungsbetriebe und Berufskollegs dürfen nicht zum Reparaturbetrieb für Versäumnisse der Schulpolitik werden. Langwierige Reformen kommen für die PISA-Generation, die kurz vor dem Ende der Schullaufbahn steht, viel zu spät. Deshalb muss Nordrhein-Westfalen sofort handeln und gerade diese Generation fit für Ausbildung und Beruf machen. Wir brauchen jetzt ein Chancen-Sofortprogramm für die PISA-Generation: Mit mehr Förderung in kleinen Gruppen, mehr Personal, den Ferien als zusätzlicher Lernchance und unter gezielter Einbindung der Berufskollegs.

Zu oft wird um den heißen Brei herumgeredet, wenn es um eine Kernursache der Bildungsprobleme in unserem Land geht: Die Sprache Deutsch ist der Schlüssel zu Erfolg in allen Schulfächern. Wer eine Textaufgabe nicht versteht, kann sie nicht ausrechnen. Wer Informationen nicht richtig lesen kann, hat es schwer, Fakten, Meinung und Desinformation auseinanderzuhalten. Sprachförderung muss deshalb viel konsequenter und verbindlicher in allen Altersstufen stattfinden und viel früher ansetzen. Dafür brauchen wir keine schwarz-grünen ABC-Klassen inklusive Bustour, sondern starke Kitas für kluge Kinder in ganz Nordrhein-Westfalen.“

Medienbericht