Müller-Rech (FDP) zu PISA: Das Aufstiegsversprechen funktioniert in unserem Land nicht mehr
Die heute veröffentlichten Ergebnisse der PISA-Studie fallen für Deutschland historisch schlecht aus.
Franziska Müller-Rech
Dazu erklärt Franziska Müller-Rech, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion NRW:
„Die PISA-Ergebnisse sind so schlecht wie nie, aber leider auch so wenig überraschend wie nie. Unser Land wird seinen Kindern und Jugendlichen nicht gerecht, die beste Bildung und beste Lernvoraussetzungen erwarten dürfen. Der starke Einfluss des familiären Hintergrunds auf die Chancen der Schülerinnen und Schüler ist dramatisch. Das Aufstiegsversprechen funktioniert in unserem Land nicht mehr. Bildung muss Aufstiegschancen für kluge Kinder schaffen – das wird in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen nicht eingelöst. Dafür müssen wir insbesondere die Basiskompetenzen und die deutsche Sprache stärker in den Blick nehmen. Denn sie sind die Grundlage für jeden Bildungserfolg.
Wir müssen uns dringend darum kümmern, dass jedes Kind gut Deutsch spricht. Wir brauchen nicht teure und komplizierte ABC-Klassen, sondern eine gemeinsame Personaloffensive in Kitas und Schulen für bessere Bildung. Damit gelingt auch flächendeckende, verbindliche und qualitativ hochwertige Sprachförderung im Kita-Alltag. Schwarz-Grün lässt die Kinder im Stich, die zuhause nicht Deutsch sprechen. Dieses Problem löst man nicht mit Busfahrten. Für Kinder, die zur Einschulung noch nicht gut genug Deutsch sprechen, muss es ein Schulfähigkeitsjahr in der Grundschule geben. Auch Kinder und Jugendliche, die bereits die Schule besuchen, aber noch nicht gut genug Deutsch sprechen, müssen wir fördern: Im Schullalltag und mit einer verbindlichen zweiwöchigen Sommerschule zur intensiven Förderung in den Ferien.
Die PISA-Studie zeigt auch, dass wir endlich einen umfassenden Blick auf Bildung in unserer Gesellschaft werfen müssen. Wir müssen früher ansetzen, um die Chancen der Kinder schon vor Eintritt in die Schule zu verbessern. Hochwertige frühkindliche Bildung muss in der Kita verbindlich gewährleistet sein. In der schwarz-grünen Landesregierung arbeiten etwa Familien- und Schulpolitik viel zu oft gegeneinander oder umeinander herum. Sie müssen stattdessen zusammenwirken, um beste Bildungschancen zu schaffen. So kann und darf es nicht weitergehen. Ministerpräsident Wüst hat versprochen, dass Bildung für ihn Priorität habe. Seine Landesregierung muss dieses Versprechen endlich einlösen, statt es jeden Tag zu brechen. Wir haben in Nordrhein-Westfalen zu viele Bildungsministerien. In der nächsten Wahlperiode brauchen wir deshalb ein einziges Ministerium für kluge Kinder und lebenslanges Lernen, das die Verantwortung für beste Chancen auf dem gesamten Bildungsweg sorgt.“