Pfeil (FDP): Limbachs Ankündigungen sind das absolute Minimum

NRW-Justizminister Dr. Benjamin Limbach hat am heutigen Freitag erste Maßnahmen infolge des Skandals um die JVA Euskirchen angekündigt.

Dr. Werner Pfeil

Dr. Werner Pfeil

Dazu erklärt Dr. Werner Pfeil, rechtspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion NRW:

„Die Ankündigungen des Justizministers sind das absolute Minimum und längst überfällig. Man muss sich schon wundern, dass eine Prüfung Gefangener mit Bezug zu Organisierter Kriminalität und im offenen Vollzug auf Scheinadressen und -arbeitsverhältnisse nicht längst Standard ist. Dass diese Prüfung jetzt hektisch angeordnet wird, zeigt auch, dass der Justizminister offenbar keinerlei Vertrauen mehr in den aktuellen Erkenntnisstand hat und das wahre Ausmaß dieses Justizskandals völlig unklar ist.

Wir Freie Demokraten weisen seit Jahren auf die Probleme hin, die der lasche Umgang mit dem offenen Vollzug in Nordrhein-Westfalen mit sich bringt. Nordrhein-Westfalen darf kein Ziel für Strafvollzugs-Tourismus sein. Die Regelungen und die Praxis beim offenen Vollzug müssen insgesamt dringend auf den Prüfstand. Die Personalausstattung der Justizvollzugsanstalten muss deutlich erhöht werden, damit nicht Gefangene aus Kapazitätsgründen vorschnell im offenen Vollzug landen. Wir erwarten von Minister Limbach eine vollumfängliche Aufklärung dieses Justizskandals ungeahnten Ausmaßes.“