Schlaglichter: KI in Verwaltung und Bürgerservice – wie der Staat besser funktioniert

Lange Bearbeitungszeiten, unverständliche Schreiben, unklare Zuständigkeiten – Verwaltung nervt. Dass Künstliche Intelligenz das ändern kann, war die Grundthese des digitalen „Schlaglichter KI-Talks" der FDP-Landtagsfraktion NRW.

Andreas Meyer-Falcke, Karl-Heinz Land, Franziska Müller-Rech
© Wolfram Bölte

Andreas Meyer-Falcke, Karl-Heinz Land und Franziska Müller-Rech beim Schlaglichter-Talk der FDP-Landtagsfraktion NRW

Wie kann Künstliche Intelligenz Verwaltung und Bürgerservice schneller, verständlicher und bürgernäher machen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des digitalen „Schlaglichter KI-Talks“ der FDP-Landtagsfraktion NRW. Darüber diskutierte Franziska Müller-Rech, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende der Enquetekommission KI, mit Prof. Dr. med. Andreas Meyer-Falcke, ehemaliger CIO des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie Karl-Heinz Land, Unternehmer, Autor und Experte für digitale Transformation und KI. Die zentrale Botschaft des Abends: Der Staat muss einfacher funktionieren – für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Selbstständige, Familien und Ehrenamtliche.

KI kann den fetten Staat schlanker machen

Viele Menschen erleben Verwaltung heute noch immer als kompliziert: Anträge dauern zu lange, Schreiben sind schwer verständlich, Zuständigkeiten unklar und digitale Angebote entlasten oft nicht so, wie sie es eigentlich sollten. KI kann Verfahren beschleunigen, Kommunikation verständlicher machen und Beschäftigte von Routineaufgaben entlasten.

Müller-Rech betonte dabei, worum es den Freien Demokraten geht – nämlich nicht um Digitalisierung als Selbstzweck. Sondern darum, dass Bürgerinnen und Bürger im Alltag merken: Der Staat nimmt Arbeit ab, statt neue Hürden aufzubauen.

Andreas Meyer-Falcke und Karl-Heinz Land im KI-Talk.
© Wolfram Bölte

Alte Bürokratie digital verpacken reicht nicht

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Frage, warum digitale Modernisierung im Staat oft nur schleppend vorankommt. Einig waren sich alle drei Diskutierenden: Es reicht nicht, alte Bürokratie lediglich digital abzubilden. Prozesse müssen vom Ergebnis her gedacht werden, aus Sicht der Menschen, die eine Leistung beantragen, eine Auskunft benötigen oder mit einer Behörde kommunizieren.

Gerade für Nordrhein-Westfalen mit seinen vielen Kommunen, starken Wirtschaftsregionen und einer vielfältigen Verwaltungslandschaft ist das auch eine wirtschaftspolitische Frage: Wer Unternehmen, Gründerinnen und Ehrenamtliche von Formularen entlastet, stärkt Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des Landes.

Für die FDP-Landtagsfraktion NRW ist klar: KI kann ein echter Hebel für einen besseren Staat sein, wenn Prozesse vereinfacht, Bürokratie abgebaut und digitale Angebote konsequent aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer entwickelt werden. Dafür braucht es klare Regeln, Transparenz und Verantwortung, damit Vertrauen in KI im öffentlichen Sektor entsteht.

Zum Abschluss machte Müller-Rech deutlich: Der Staat der Zukunft ist digital, bürgernah, effizient und freiheitlich. Weniger Staat im Prozess, mehr Service für die Menschen, mehr Tempo durch Digitalisierung und ein konsequenter Einsatz von KI, um Verwaltung einfacher, schneller und verständlicher zu machen.

Denn ein schlanker, moderner und funktionierender Staat ist eine Voraussetzung für eine starke Wirtschaft und dafür, dass wir die Zukunft umarmen, anstatt sie auszubremsen.

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