Schneider (FDP): NRW braucht tragfähiges Konzept für Geburtshilfe
Im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales haben sich Sachverständige heute zur Zukunft der Geburtshilfe in Nordrhein-Westfalen geäußert. Seit Jahren nimmt die Zahl der Kreißsäle ab, während Hebammen und Kliniken unter steigenden Belastungen leiden. Für werdende Eltern wird sichere, wohnortnahe Versorgung immer mehr zur Glückssache.
Susanne Schneider
Dazu erklärt Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion NRW:
„Allein in Nordrhein-Westfalen wurden seit 2007 rund 60 Kreißsäle geschlossen. Der neue Hebammenhilfevertrag verschärft die Lage noch: Beleghebammen verlieren Einkommen, erste Kliniken geben ihre Belegsysteme auf. Damit verschwindet zunehmend das Modell, das die persönliche Eins-zu-eins-Betreuung unter der Geburt sichert. Das hat die heutige Anhörung bestätigt: Keine andere Versorgungsform kommt dem Ziel einer Eins-zu-eins-Betreuung unter der Geburt näher.
Das Ergebnis sind überlastete Kreißsäle, immer längere Wege für werdende Eltern und ein wachsender Druck auf die Qualität der Betreuung. Denn, auch das hat die heutige Anhörung erschreckend deutlich gemacht: Wer als Hebamme arbeitet, hört oft nach wenigen Jahren wieder auf. Laut Landesverband bleiben viele Hebammen nur vier bis sieben Jahre im Beruf. Das ist kein Zufall. Wir fordern verlässliche Rahmenbedingungen für Hebammen, weniger Bürokratie und eine gezielte Förderung wohnortnaher Versorgung. Frauen haben ein Recht darauf, selbstbestimmt zu entscheiden, wie und wo sie ihr Kind zur Welt bringen. Geburtshilfe ist Daseinsvorsorge. Die Landesregierung muss ein tragfähiges Konzept für die geburtshilfliche Versorgung entwickeln – und sich auf Bundesebene dafür einsetzen, die Rahmenbedingungen für Beleghebammen spürbar zu verbessern.“