Schneider (FDP): Opfer von Gewalt müssen schnell Hilfe finden – unabhängig vom Geschlecht

Die bestehenden Hilfsangebote für von Gewalt betroffene Männer werden in Nordrhein-Westfalen immer stärker nachgefragt, wie die Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion NRW zeigt.

Susanne Schneider

Susanne Schneider

Dazu sagte Susanne Schneider, Sprecherin für Gleichstellung der FDP-Landtagsfraktion NRW, gegenüber der Rheinischen Post:

„Gewalt gegen Männer ist noch immer ein großes Tabu. Auch Männer werden geschlagen, bedroht, gestalkt oder Opfer sexualisierter Gewalt. Viele betroffene Männer trauen sich nicht, sich Hilfe zu suchen, weil es nicht zum Rollenbild des ‚immer starken Mannes‘ passt. Sie wollen vermeiden, dass sich womöglich am Arbeitsplatz oder im Verein über sie lustig gemacht wird.

Die Einrichtung des Männerhilfetelefons und von Schutzwohnungen für gewaltbetroffene Männer waren daher wichtige Meilensteine, die unter FDP-Regierungsbeteiligung in Nordrhein-Westfalen umgesetzt wurden. Diese Angebote haben dafür gesorgt, dass Gewalt gegen Männer immer mehr aus dem Dunkelfeld geholt wird. Die steigenden Kontaktzahlen beim Hilfetelefon und die Nachfrage nach den Schutzwohnungen belegen, wie notwendig der Unterstützungsbedarf ist.

Die Landesregierung will aber auf das Problem nicht stärker eingehen. Sie bestätigt zwar die hohe Nachfrage nach Beratungs- und Schutzangeboten für Männer, aber sieht für einen weiteren Ausbau der bestehenden Hilfsstrukturen keinen Bedarf. Von Versorgungslücken will die Landesregierung nichts wissen. Für uns Freie Demokraten ist klar: Steigende Bedarfe bei Hilfsangeboten für gewaltbetroffene Männer dürfen nicht ignoriert werden. Die Landesregierung muss der klaren Bestandsaufnahme auch Taten folgen lassen. Die Hilfsangebote müssen bedarfsgerecht ausgebaut werden. Opfer von Gewalt müssen in Nordrhein-Westfalen schnell und überall Hilfe finden – unabhängig von ihrem Geschlecht.“

Medienbericht