Schneider (FDP): Zweifelhaft, ob Landes-Antidiskriminierungsgesetz in der Realität irgendetwas verbessert

In Nordrhein-Westfalen wurden 2025 61.557 Patienten mit der gesicherten Diagnose ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) behandelt, wie das NRW-Gesundheitsministerium auf Anfrage der FDP-Landtagsfraktion NRW mitteilte.

Susanne Schneider

Susanne Schneider

Gegenüber der Rheinischen Post erklärte Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion NRW:

„ME/CFS tritt auch als schwerer Verlauf von Long Covid auf. Betroffene leiden schwer an einer Belastungsintoleranz. Jede körperliche oder geistige Anstrengung führt zu einer deutlichen Verschlechterung und erhöht die Erschöpfung. Die weiterhin hohe Zahl an Diagnosen zeigt sehr deutlich, dass in diesem Bereich noch mehr getan werden muss. Bislang gilt diese chronische Erkrankung als unheilbar. Es ist nur symptomatische Linderung möglich. Um den betroffenen Menschen besser helfen zu können, braucht es eine bessere Vernetzung zwischen Spezialambulanzen, niedergelassenen Fachärzten und Hausärzten. Gerade Hausärztinnen und Hausärzte müssen bei Diagnostik und Behandlung besser unterstützt werden.

Nicht zuletzt braucht es mehr Forschung zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse müssen möglichst schnell ihren Weg in die medizinische Regelversorgung finden. Von einem Ausbau der Forschung in diesem Bereich will die Landesregierung aber nichts wissen und verweist lediglich auf bestehende Netzwerke und ein Förderprogramm auf Bundesebene. Das Land muss hier mehr Initiative zeigen.

Viele Betroffene sind verzweifelt. Da jede soziale Interaktion – selbst mit der Familie – zu Überanstrengung führt, leben sie oft in extremer Isolation. Für immer mehr Betroffene steigert sich der Leidensdruck sogar so stark, dass sie nur in einem Suizid einen Ausweg sehen. Konkrete Zahlen zu den Suizidfällen kann die Landesregierung nicht nennen. Sie verweist lediglich auf Psychotherapie als begleitende Maßnahme, obwohl sie doch genau weiß, dass Betroffene lange auf einen Therapieplatz warten und die Psychotherapie durch die Kürzungen auf Bundesebene ohnehin unter enormem Druck steht. Das ist für eine wirksame Suizidprävention für ME/CFS-Erkrankte zu wenig.“

Medienbericht