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Marcel Hafke

Letzte Chance vor Jugendknast FDP will Bootcamps für junge Gewalttäter und Kindergeld-Kürzung für Eltern

Schärfere Maßnahmen gegen Jugendkriminalität: Die FDP-Landtagsfraktion NRW setzt sich in einem neuen AntragFörmlicher Vorschlag, zu dem der Landtag einen Beschluss fassen soll. Jedes Mitglied des Landtags, jede Fraktion und jede Gruppe darf Anträge stellen; sie sind schriftlich einzubringen.Zum Glossareintrag für Bootcamps als vorausgehende Alternative zum Strafvollzug für jugendliche Intensivtäter ein. Außerdem sollen Eltern stärker in die Pflicht genommen werden. Von Erziehungskursen bis zu Leistungskürzungen sollen Eltern von Wiederholungstätern mehr Konsequenzen drohen, wenn diese Mitwirkungspflichten nicht nachkommen.

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Marcel Hafke, innenpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion NRW, erklärt gegenüber t-online:

„Angesichts immer jüngerer Tatverdächtiger, mehr Intensivtätern und hilflos alleingelassener Schulen und Jugendämter darf es keine Denkverbote geben. Wer früh eingreift, kann später Gewalt, Haft und gebrochene Lebensläufe verhindern. Für eine kleine Gruppe junger Intensivtäter reichen Gespräche und warme Worte nicht aus. Aber bevor wir junge Menschen wegsperren, müssen wir ihnen eine letzte, ernsthafte Chance geben. Wir Freie Demokraten setzen auf ein Stufenmodell: rechtzeitig stärken, gezielt eingreifen und konsequent sanktionieren.  

Wer Jugendliche als erste und einzige Maßnahme ins Gefängnis steckt, hat sie schon abgeschrieben. International haben sich bootcamp-orientierte Ansätze wie das französische Modell bewährt – mit verbindlichem Tagesablauf, Sport und praktischen handwerklichen Angeboten. So erhalten betroffene Jugendliche eine finale Chance, wenn ansonsten Haft als nächster ‚Karriereschritt‘ im Raum steht. Diese Bootcamps sind keine Straflager. Härter als Sozialarbeit und milder als Knast – eine Perspektive für einen strukturierten Neuanfang.  

Aber auch die Eltern müssen Teil der Lösung sein, nicht Zuschauer. Wenn der Staat alles regeln soll, während Eltern nicht mitwirken, läuft etwas grundlegend falsch. Wer sich seiner Verantwortung als Elternteil dauerhaft entzieht, kann nicht erwarten, dass der Staat die Zeche zahlt. Dann müssen spürbare Konsequenzen folgen: Wenn Eltern der kriminellen Karriere ihres Kindes schulterzuckend zusehen, sollte ihnen etwa das Kindergeld gestrichen werden.“

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