Brockes (FDP): Ministerin Gorißen verliert im Kampf gegen Afrikanische Schweinepest wertvolle Zeit
Acht Monate nach Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Hochsauerlandkreis steigen die Fallzahlen weiter, inzwischen sind 318 Fälle bestätigt. In der heutigen Sitzung des Landwirtschaftsausschusses wurde deutlich, dass zentrale Maßnahmen zur Eindämmung der Seuche weiter verzögert werden. Die FDP-Landtagsfraktion NRW kritisiert das schleppende und intransparente Krisenmanagement von Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen.
Dietmar Brockes
Dazu erklärt Dietmar Brockes, Sprecher für Landwirtschaft, Jagd und Forsten der FDP-Landtagsfraktion NRW:
„Die Afrikanische Schweinepest ist kein Sprint – aber was Ministerin Gorißen bei der Bekämpfung abliefert, ist nicht einmal ein geordneter Dauerlauf. Wenn selbst nach Monaten noch immer nicht klar ist, wie groß die Wildschweinpopulation zu Beginn war und aktuell ist, dann fehlt die Grundlage für jede wirksame Bekämpfung. Dass das dringend nötige Drohnenmonitoring erneut wegen angeblich ungünstiger Witterung verschoben wird, ist kein Naturereignis, sondern ein Managementproblem. Ohne verlässliche Daten stochert die schwarz-grüne Landesregierung im Nebel, während die Fallzahlen weiter steigen.
Hinzu kommt eine völlig verfehlte Praxis bei der Verwertung von Wild. Es ist absurd, dass geprüftes, verzehrtaugliches Wildschweinfleisch entsorgt wird, weil die Ministerin sich weigert, auf europäischer Ebene aktiv nach Lösungen zu suchen. Das ist Verschwendung mit Ansage und schadet der Akzeptanz der notwendigen Eindämmungsmaßnahmen vor Ort.
Wir Freie Demokraten erwarten, dass das Drohnenmonitoring unverzüglich abgeschlossen wird, die Ergebnisse transparent kommuniziert und als Grundlage für konsequentes Handeln gegen die ASP genutzt werden. Gleichzeitig müssen praktikable Wege gefunden werden, um verzehrbares Wildfleisch zu verwerten statt wegzuwerfen. Nordrhein-Westfalen muss alle verfügbaren Instrumente zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest und ihrer Folgen endlich konsequent nutzen – im Interesse von öffentlicher Sicherheit und Tierwohl, Landwirtschaft und Jägerschaft und nicht zuletzt der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.“