Müller-Rech (FDP): ABC-Klassen sind rein politisch motiviertes Konstrukt
Der Schulausschuss des Landtags hat sich am heutigen Mittwoch mit dem Gesetzentwurf der Landesregierung zur Einführung sogenannter ABC-Klassen zur Sprachförderung bei Kindern befasst.
FDP-Fraktionsvize Franziska Müller-Rech
Dazu erklärt Franziska Müller-Rech, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion NRW
„Die heutige Aussprache entlarvt die ABC-Klassen als rein politisch motiviertes Konstrukt, nicht als fachlich überzeugende Lösung. Auf die Frage, warum die Sprachförderung nun von Schulen anstatt von Kitas verantwortet werden soll, erklärte die CDU, man könne die freien Kita-Träger nicht verpflichten. Das offenbart nicht nur ein Misstrauen gegenüber der vielfältigen Trägerlandschaft der frühkindlichen Bildung – die Ausschussberatung spricht auch Bände über das nicht mehr vorhandene Vertrauen in Familienministerin Paul, die in dieser Debatte faktisch nicht stattfindet. Weder im Ausschuss noch im Gesetzentwurf wird deutlich, wie die Verzahnung mit der frühkindlichen Bildung konkret ausgestaltet werden soll. Selbst der Koalitionspartner CDU vermeidet inzwischen jede Schutzbehauptung für die grüne Kitaministerin. Ihr Rücktritt wäre die einfachere Lösung.
Kitas sind der zentrale Ort für frühe Sprachförderung, mit ganzheitlichem Blick auf die Entwicklung der Kinder. Wer es mit guten Startchancen ernst meint, muss dort investieren, nicht neue schulische Parallelstrukturen schaffen. Der offensichtliche Bedarf nach enger Verzahnung mit der frühkindlichen Bildung wird zwar benannt, bleibt aber folgenlos. Wie die Zusammenarbeit zwischen Schul- und Familienministerium konkret aussehen soll, blieb heute vollkommen offen. Das ist ein Armutszeugnis für die Sprachförderung und auch für die schwarz-grüne Zusammenarbeit.“