Neue Vergütungsregeln für Hebammen - Schneider (FDP): "Eine faire und sachgerechte Vergütung ist längst überfällig!"

Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion NRW, sagt zur Hebammensituation gegenüber dem WDR:

Susanne Schneider

„Hebammen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgung von Schwangeren, Gebärenden und jungen Familien – und das oft unter schwierigen Bedingungen.

Dienstbeleghebammen sind ein wichtiges Modell der Arbeitsorganisation, um Fachkräfte für die Betreuung in Kliniken gerade auch in ländlichen Regionen zu gewinnen. Dieses Modell darf durch nicht durch eine Änderung der Vergütung so unattraktiv werden, dass es zu einem Kahlschlag bei den Dienstbeleghebammen kommt. Auch wenn grundsätzlich eine Eins-zu-Eins-Betreuung anzustreben ist und auch entsprechend honoriert werden sollte, sind für Parallelbetreuungen faire Vergütungen und keine massiven Kürzungen vorzusehen. Wir brauchen alle Organisationsmodelle von Hebammen, um eine gute geburtshilfliche Versorgung in NRW zu sichern.

Die andauernden Vergütungsstreitigkeiten sind aus unserer Sicht problematisch. Seit 2018 gab es keine Anpassung – das ist schlicht nicht hinnehmbar. Angesichts steigender Lebenshaltungs- und Betriebskosten gefährdet dies die wirtschaftliche Existenz vieler freiberuflicher Hebammen. Eine faire und sachgerechte Vergütung ist längst überfällig.

Sollte die Schiedsstelle tatsächlich eine Abwertung der Parallelbetreuung beschließen, droht ein Kahlschlag bei der Dienstbelegschaft. Das würde massive Versorgungslücken reißen – auch in NRW. Wir brauchen dringend mehr Flexibilität und Auswahlmöglichkeiten für Schwangere, nicht weniger. Eine politische Lösung darf nicht länger aufgeschoben werden – im Sinne der Frauen, Familien und der Hebammen selbst.“

Medienbericht