Nückel (FDP): Was Facebook für den WDR ist, ist der WDR für kleine unabhängige Verlage

Der WDR hat am Mittwoch angekündigt, seine regionale Berichterstattung neu aufzustellen. WDR-Intendantin Dr. Katrin Vernau: „Wir wollen die regionale Berichterstattung für die Menschen im Land deutlich ausbauen – unter einem Dach und mit unserer geballten journalistischen Kompetenz. Die Tech-Giganten interessieren sich nicht für Wachtendonk oder Tecklenburg. Aber der WDR tut das."

Thomas Nueckel

Thomas Nückel

Dazu erklärt Thomas Nückel, medienpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion:

„Auch in Wachtendonk oder Tecklenburg gibt es sehr wohl digitale Medien. Für Wachtendonk berichten die Niederrhein-Nachrichten, über Tecklenburg die IVZ-Medien. Die Menschen im Westen haben längst eine digitale Heimat. Der WDR inszeniert sich als Verteidiger der Berichterstattung, greift aber regionale und lokale Medienhäuser an, die in ihren Berichtsgebieten verwurzelt sind. Die Intendantin nennt kleine Orte als Synonyme, meint aber alle Orte und Städte im Land. Der Haushalt des WDR weist für das laufende Jahr allein aus Rundfunkbeiträgen Einnahmen in Höhe von über 1,3 Milliarden Euro aus. Was Facebook für den WDR ist, ist der WDR für kleine Verlage: ein reicher Riese, dem ihre Existenz vollkommen egal ist. Die Aussage der Intendantin widerspricht bisherigen Aussagen, dass der WDR nicht lokalen Medien Konkurrenz machen wird. Anstatt private Medienangebote weiter unter Druck zu setzen, muss der WDR seine eigenen Sparbemühungen konsequent verstärken.“