Liberaler Talk: Startklar fürs Leben – Wie gelingt frühe (Sprach-)Bildung für jedes Kind?

Beim ersten Liberalen Talk der FDP-Landtagsfraktion NRW im Jahr 2026 ging es vor über 100 Gästen im Landtag darum, wie frühe Sprachbildung gelingen kann.

Liberaler Talk der FDP-Landtagsfraktion NRW: Startklar fürs Leben – Wie gelingt frühe (Sprach-)Bildung für jedes Kind?

Liberaler Talk der FDP-Landtagsfraktion NRW: Startklar fürs Leben – Wie gelingt frühe (Sprach-)Bildung für jedes Kind?

Auf dem Podium diskutierten Prof. Dr. Frederick de Moll, Erziehungswissenschaftler mit dem Schwerpunkt Kindheits- und Jugendforschung an der Universität Bielefeld, Daniela Heitmann, Sprecherin des Landeselternbeirats der Kindertageseinrichtungen in NRW e.V., und Oliver Just, Bereichsleiter beim Kita-Träger Fröbel Bildung und Erziehung GmbH, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion NRW, Henning Höne. Die Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Elternvertretung machten deutlich: Sprachkompetenz ist das Fundament für Chancengerechtigkeit, Integration und ein selbstbestimmtes Leben.

Sprache als Fundament – von Anfang an

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Kinder unabhängig von Herkunft und Elternhaus bestmöglich gefördert werden können. FDP-Fraktionschef Henning Höne betonte die zentrale Bedeutung früher Sprachbildung: „Sprache ist der Schlüssel zum Bildungserfolg. Bildung ist die Voraussetzung dafür, ein freies, selbstbestimmtes Leben leben zu können.“ Aktuelle Zahlen zeigen, dass rund ein Drittel der Kinder bereits mit deutlichen Sprachdefiziten in die Schule startet – ein strukturelles Problem, das Kitas und Schulen gleichermaßen fordert.

FDP-Fraktionschef Henning Höne

FDP-Fraktionschef Henning Höne

Kluge Kinder als politische Priorität

Für die FDP-Landtagsfraktion ist Bildungspolitik eine Frage klarer Prioritäten. Höne ordnete die Diskussion in die Comeback-Formel der Freien Demokraten ein: „Ganz oben stehen kluge Kinder. Das steht nicht aus Versehen ganz oben, sondern weil es für uns die oberste Priorität hat.“ Entscheidend sei, frühzeitig die richtigen Weichen zu stellen und die frühkindliche Bildung insgesamt zu stärken, statt auf kurzfristige Reparaturmaßnahmen zu setzen.

Einigkeit herrschte darüber, dass die immer noch viel zu ungleiche Verteilung von Bildungschancen angegangen werden muss. Höne brachte es auf den Punkt: „Es muss darum gehen, dass Bildungserfolg weniger stark mit dem Elternhaus zusammenhängt, sondern mit individuellem Talent, mit Fleiß und mit Einsatz.“ Auch deshalb ist beste Bildung schon im frühkindlichen Bereich für die Freien Demokraten von besonderer Bedeutung – und eine Schwächung der Qualitätsstandards in den Kitas, wie sie etwa das neue schwarz-grüne Kinderbildungsgesetz vorsieht, ist keine Option.

Smarte Integration durch beste Sprachbildung

In der Debatte um verpflichtende Sprachscreenings und die geplanten sogenannten ABC-Klassen der schwarz-grünen Landesregierung warnten die Fachleute vor Separation und Etikettierung. Stattdessen plädierten sie für alltagsintegrierte Sprachbildung in der Kita, multiprofessionelle Teams und eine bessere Verzahnung von frühkindlicher Bildung und Grundschule. Mehrsprachigkeit müsse dabei als Ressource verstanden werden, ohne auf die Sprache Deutsch als Grundlage des Bildungserfolgs zu verzichten.

Zugleich machte Höne deutlich, dass man besonders jene Eltern in den Blick nehmen müsse, die ihre Kinder bislang nicht in die Kita geben, und diese – auch mit passgenauen Angeboten für die jeweiligen sozialen Milieus – gezielt davon überzeugen sollte, dass frühkindliche Bildung und Sprachförderung dort entscheidend sind. Zudem müsse die Bildungsdokumentation in den Kitas konsequent digitalisiert werden, damit die Weitergabe an die Grundschule deutlich vereinfacht und vor allem verlässlich sichergestellt werden kann.

Der Liberale Talk machte deutlich: Gute Sprachbildung beginnt früh – und sie gelingt nur mit starken Kitas, verlässlichen Rahmenbedingungen und einer klaren politischen Prioritätensetzung für kluge Kinder.

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